Luigi's Mansion - Review

geschrieben von Blank

Angst vor Geistern? Dann bitte nicht weiterlesen, denn in diesem Nintendospiel herrscht ein düsteres Gruselfeeling vor, wie man es von Mario und Luigi gar nicht gewohnt ist. Luigi's Mansion war das erste Spiel, was 2001/2002 für den Nintendo Gamecube erschien und überraschte alle Fans der Spielefirma gleich einmal mit einem vollkommen neuen Spielprinzip und natürlich einem nicht zu unterschlagenden Punkt - Der Hauptspieler ist Luigi, nicht Mario!

Story: Da hat Luigi wohl einmal Glück im Leben gehabt: Bei einem Gewinnspiel hat er eine riesige Villa gewonnen, ganz für ihn allein, so steht es in einem Brief geschrieben, den er eines Tages bekommt. Noch völlig überwältigt von seinem Glück lädt er auch gleich seinen Bruder Mario ein, sein neues zu Hause zu besichtigen und verabredet sich mit diesem vor seinem neuen Wohnsitz. Als Luigi dort ankommt, ist er etwas überrascht, denn seine Traumvilla hätte er sich anders vorgestellt: Statt Sonnenschein, Meeresblick und hübschen Toaddamen findet er ein altes Gebäude mitten im Wald, das vom Mondschein aussieht wie ein Ungeheuer, das Luigi schon hungrig erwartet. Nichtsdestotrotz fasst er Mut und betritt die Villa, in der Hoffnung seinen verspäteten Bruder noch zu treffen - Doch daraus wird nichts. Keine fünf Minuten in der Villa, sieht Luigi durch Zufall, dass sein Bruder in einem Gemälde festsitzt - Was geht hier drin eigentlich vor sich? Glücklicherweise wird er von Professor Immanuel Gidd, einem verrückten alten Wissenschaftler, aus der Villa geholt, woraufhin ihm dieser die Sachlage erklärt: Die vermeintliche Traumvilla ist seit Jahren von Geistern und Gruselwesen bewohnt, welche nur auf einen zittrigen Geisterjäger warten - Bloß gut, dass Luigi gerade zur Stelle ist. Von Professor I. Gidd mit dem "Schreckweg 08/16", einem Staubsauger gegen Geister, ausgestattet, macht sich Luigi also auf in die Villa, die Buu-Huus zu vertreiben und seinen Bruder zu retten, der auf ungeklärte Weise in ein Gemälde eingesperrt werden konnte.

Gameplay: Wer als Gamecube-Ersttitel einen Nachfolger von Super Mario 64 oder generell ein Jum'n Run erwartet hat, der wurde mit Luigi entweder enttäuscht oder überraschend begeistert. Das Spiel beinhaltet keine Spring-auf-Gumbas-Passagen oder ständige Bowser-Bosskämpfe, sondern ist eher ein Survival-Horrorspiel - Natürlich mit dem gewohnten Nintendohumor und -charme. Ziel des Spiels ist es, schlicht und einfach die Villa von Geistern zu säubern. Dabei spielen die kleinen Fische eine untergeordnete Rolle, denn das Spukhaus ist randvoll mit Bossgeistern, die es zu besiegen und in I. Gidds Galerie auszustellen gilt. Mit 100 Herzpunkten und einem Staubsauger ausgestattet muss man die Geister zuerst mit der Taschenlampe blenden - dadurch wird ihr Herz sichtbar - bis man sie dann mühsam aufsaugen kann. Die Bosse sind meist etwas komplizierter und bedarfen komplizierterer Möglichkeiten, bis man ihr Herz findet. Die Betonung liegt hier auf "meist" - Der Schwierigkeitsgrad in Luigi's Mansion schwankt von Zeit zu Zeit zwischen "fast schon zu leicht" und "zum Zähneausbeißen": Manche Bosse sind in Null Komma Nichts aufgesaugt und Geschichte, während man für den ein oder anderen Boss schonmal ein wenig mehr Zeit einplanen muss, weil er einfach zu knifflig ist.

Neben den Bossgeistern, die es zu fangen gilt. gibt es natürlich noch viele andere Kleinigkeiten, die es zu finden gibt: Luigi findet überall in der Villa große Massen an Geld, die er nicht liegen lassen sollte, will er am Ende des Spiels eine gute Bewertung erzielen. Aber hier ist gut vorgesorgt - Der von I. Gidd mitgelieferte Game Boy Horror lässt den Spieler sehen, wo es noch etwas zu holen gibt: Sei es nun ein Bossgegner oder einfach nur "irgendwas Verstecktes". Ohne diesen Game Boy Horror würde man sich in der großen Villa mit mehreren Stöcken, einem Keller und einem Dachboden eventuell auch gar nicht zurecht finden, denn obwohl sich das ganze Spiel in einem einzigen Gebäude bzw. in dessen Garten abspielt, ist die Spielzeit nicht zu kurz und man entdeckt immer wieder etwas Neues in der Gruselvilla.

Fazit: Kein Mario-Jump'n-Run zum Anfang, dafür ein gelungenes Gruselspiel mit viel Nintendohumor, das war die Debatte für den Nintendo Gamecube. Luigi's Mansion ist anfangs weniger gewöhnungsbedürftig, als man es einschätzen würde, denn der Geisterstaubsauger bedient sich erfrischend einfach und gibt dem Spiel eine besondere, eigene Note. Neben dem tollen Gameplay sticht besonders die Atmosphäre positiv hervor, denn auch, wenn das Spiel ohne Humor nicht auskommt - Die Umgebung in und außerhalb der Villa ist schön düster gehalten und kann dem Spieler sogar den ein oder anderen Schreckmoment inklusive Gänsehaut bringen. Bei so einer Gruselstimmung darf dann natürlich auch ein gruseliger Soundtrack nicht fehlen, daran wurde aber gedacht - Einige Stücke sind richtige Ohrwürmer. Die einzige Schwäche des Spiels ist wohl sein enorm schwankender Schwierigkeitsgrad: Der eine mag es vielleicht als einheitlich empfinden, aber man merkt doch beim Spielen deutlich, dass zwischendurch immer mal wieder ein zu leichter, oder eben ein fast schon zu schwerer Boss zu besiegen ist. Hat man sich allerdings erst einmal daran gewöhnt, spielt das bei diesem gelungenen Spiel auch keine negative Rolle mehr. So gesehen ist Luigi's Mansion nämlich ein Spiel, welches sicher nicht so schnell vergessen wird. Einerseits, weil es Luigi als Hauptcharakter besitzt und andererseits, weil das Gameplay völlig neu und gleichzeitig ultraspaßig ist. Und wer jetzt immer noch sagt: "Ich will aber ein Jump'n Run auf dem Gamecube!", der sollte Luigi's Mansion eben erstmal hinten anstellen und Super Mario Sunshine spielen.


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