Metroid Prime: Review

geschrieben von Krustentier7

Infos:

Kategorie: Adventure, Shooter
Spieler: 1
Publisher: Nintendo
Entwickler: Retro Studios
Release: 21.03.2003


Nach langen Jahren des Wartens kehrt Samus wieder zurück auf die heimischen Bildschirme, um dort erstmalig in 3D zu zeigen wozu der GameCube fähig ist. In ihrem neuestem Abenteuer geht sie erstmalig in Ego-Perspektive auf die Jagd. Die Galaktische Föderation hat ein Notsignal von Weltraumpiraten erhalten, die sich auf einer Raumstation im Orbit von Tallon IV aufhalten. Was ist dort passiert? Die Kopfgeldjägerin Samus Aran wird es herausfinden...

Eine Heldin kehrt zurück... In 3D!

Mit einem coolen Sprung steigt Samus aus ihrem Schiff aus, man erhält nach kurzer Zeit von einer weiblichen Computer-Stimme Auskunft über die Benutzung der umfangreichen Waffensysteme des Power Suit. Für Metroid-Kenner ist alles sehr verständlich und bekannt. Neulinge werden aber die ersten Stunden mit einem Fragezeichen durch das Abenteuer laufen. Wer bin ich? Was tue ich hier? Die Antworten findet man leider nur im Handbuch oder der spielinternen Datenbank. Ja, Metroid war nie dafür bekannt, einer Story oder etwas Ähnlichem zu folgen. Das könnte Neulinge abschrecken. Allerdings verpassen sie dann eines der besten Spiele überhaupt.
Denn vor allem atmosphärisch kann Metroid überzeugen: Das ganze Schiff ist vollkommen leblos. Leichen liegen in jeder Ecke (oder schweben in Räumen ohne Schwerkraft...) oder attackieren Samus mit letzter Kraft. Der Power Suit klärt euch übrigens über die Verletzungen der Piraten auf, und wie sie vermutlich ihren Tod fanden. Bei den Überlebenden kann man dies allerdings auch zum Vorteil anstatt zur Belustigung benutzen...

Die Welt der frühen Bosskämpfe

Am Ende des Raumschiffes erwartet einen schließlich das Ergebnis der abscheulichen Experimente der Piraten, das gleichzeitig ihren Tod bedeutete: Der Mutterparasit! Spätestens hier dürften selbst im Kampfanzug von Samus Aran die ersten Schweißperlen tropfen.
Einen intensiven Kampf später, tönt der Alarm: Der Reaktorkern des Schiffes ist beschädigt, in wenigen Minuten fliegt hier alles in Luft! Man flüchtet durch die durch Warnlichter erleuchteten Gänge, heißer Dampf, der am Visier des Helms kondensiert kommt aus allen Wänden hervor. So intensiv sind meistens erst die letzten Minuten eines Spiels, aber Metroid Prime serviert schon am Anfang Atmosphäre vom Feinsten!
Der Fahrstuhl ist erreicht, wild hämmert man auf die Tasten seines Controllers, um die virtuellen Schalter zu betätigen. Kurz bevor der Fahrstuhl anspringt, erreichen die ersten Explosionen unsere Heldin. Der Power Suit wird stark beschädigt, nach und nach zählt die Computer-Stimme die Systeme auf die dadurch ausgefallen sind. Zum Trauern darüber bleibt keine Zeit: Samus steigt in ihr Schiff und notlandet auf Tallon IV.
Atmosphärenwechsel: Herrlich rauschende Wasserfälle, Regentropfen die vom Visier abperlen – das hat der nun adrenalingeladene Spieler gebraucht. Das ballistische und für Kämpfe obligatorische Zielsystem wird abgeschaltet und durch den Scanner ersetzt, denn: Jede Lebensform, ob Pflanze oder Tier kann damit abgescannt und in einer 3D-Bibliothek begutachtet werden.
Aber zurück zum Abenteuer: Je weiter man voranschreitet, desto mehr Waffensysteme bekommt man zurück. Und die Freude über diese zurückzuhalten ist schwer. Mithilfe dieser Upgrades kann man nämlich an bereits gesehene Orte zurückkehren und neue Abschnitte erforschen.
Und was für Abschnitte das sind: Die von Dschungeln umgebene Oberwelt von Tallon IV, die Chozo-Ruinen, die Höhlen von Magmoor und die Eiswüste von Phendrana: Die Areale sind allesamt sehr abwechslungsreich gestaltet.
Und ohne die tolle 3D-Karte würde man sich schnell verirren. Sie aktualisiert sich eigenständig und gibt einem Hinweise auf beispielsweise verborgene Energieressourcen, neue Waffen, intakte Transporter und versteckte Basen der Weltraumpiraten. Wenn man zu lange ziellos umherirrt, sagt die Karte einem automatisch Bescheid, wo das nächste potenzielle Ziel liegt.

Erkundung und Kampf

Neben viel Balleraction, gibt es auch einige Rätsel zu lösen. Tunnel und Röhrensysteme, die zu eng sind, um sich darin fortzubewegen, kann Samus mithilfe des Morph-Balls erkunden. Sie verwandelt sich in eine kleine Kugel und kann nun auch die engsten Schächte durchqueren. Auch von dem Visier wird viel Gebrauch gemacht: Samus findet mit der Zeit immer mehr HUD-Systeme, beispielsweise den Thermal Visor, mir dem man problemlos Wärmequellen ausfindig machen kann. Das liefert Stoff für intelligente Schalterrätsel, die viel Köpfchen erfordern.
Grafisch und akustisch kann sich Metroid auch sehen lassen: Die Grafik ist stets flüssig, protzt nur so mit Details und Effekten und spätestens die Wasserfälle machen selbst den skeptischen Kritiker weich.
Einzigartig ist auch, das es oft keine Musik gibt. In diesen Momenten fühlt man sich verloren und einsam. Melancholie pur...
Als letztes widmen wir uns der Story. Keine Frage, die Geschichte um den geheimnisvollen Stoff Phazon, mit dem die Weltraumpiraten harmlose Geschöpfe zu grausigen Bestien mutieren lassen, ist spannend. Aber wie am Anfang angedeutet, kriegt man die meisten Informationen nur, indem man die hilfreichen Texte in der Datenbank liest. Erzählerisch ist Metroid Prime eher schwach.

Fazit: Metroid Prime ist eines der besten Videospiele überhaupt. Allein schon die Atmosphäre ist unerreicht, aber vor allem als Shooter mit intelligenten Rätseln kann dieses Spiel glänzen. Die Retro Studios haben hier nicht einfach ein Action-Feuerwerk abgefackelt, sondern die vielen schweißtreibenden Ballereinlagen wohl dosiert. Einzig in Sachen Erzählweise ist Metroid Prime schwach, das sollte aber niemanden davon abhalten, sich diesen Shooter nicht entgehen zu lassen.


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