Mario & Luigi: Superstar Saga - Review

Was passiert, wenn man den berühmten Klempner Mario in ein RPG steckt, statt in ein Jump'n Run, haben wir ja schon in "Super Mario RPG" auf dem SNES gesehen. Ein peppiges RPG mit lustigen Passagen, wo man hinsieht und sympathischen Charakteren, egal wo man sich aufhält. Doch irgendwann musste es ja kommen, dass sich Intelligent Systems an ein Mario-RPG an einem Handheld wagt - Und das Ergebnis ist wahrlich ein Festmahl für jedes Auge eines Nintendo-Fans.
Die Story ist schon die erste nette Abwechslung - Klempner Mario wird von einem völlig verschreckten Toad heimgesucht, der ihm die Nachricht überbringen soll, er solle doch so schnell wie möglich ins Schloss kommen. Dort angekommen gibt es furchtbare Nachrichten: Prinzessin Peachs Stimme wurde gestohlen - Stattdessen verursacht nun jedes von ihr gesprochene Wort eine Explosion in ihrer unmittelbaren Nähe. Schuld an diesem Missgeschehen ist eine Botschafterin aus Bohnenland, einem benachbarten Königreich des Pilz-Königreichs. Sie kam ins Schloss um der Prinzessin Nachrichten zu überbringen, stattdessen stahl sie die Stimme der hübschen Prinzessin.
Angetan von dem Leid der Prinzessin ist diesmal auch Bowser, weshalb er für dieses Abenteuer gemeinsame Sache mit Mario machen will. Doch bei diesen zwei Abenteurern bleibt es nicht - Auch Luigi, Marios Bruder, gelangt unfreiwillig auf den Jet des Koopa-Königs und ist somit gezwungen, seinem Bruder bei seinem Abenteuer mit allen Kräften unter die Arme zu greifen. Im Bohnenland angekommen - Natürlich nicht auf normale Art und Weise, sondern durch einen ungewollten Absturz an der Grenze nach Bohnenland - erfahren die Mario-Brüder bald, dass die böse Hexe Lugmilla und ihr stotternder Gehilfe Krankfried an all den Ereignissen schuld sind. Sie wollen die legendäre Sternenbohne finden und brauchen dazu die liebevolle Stimme einer Prinzessin. Doch welcher Bösewicht konnte Mario schon in den Vorgängerspielen aufhalten?

Das Gameplay ist die nächste Neuerung und wohl das, was das Spiel so interessant macht. Durch die Anwesenheit von Luigi ist es den Brüdern möglich, sich gegenseitig unter die Arme zu greifen. In den wunderschön gestalteten Welten voller sympathischer und vor allem lustiger Charaktere bedarf es auch ständig dieser Brüderaktionen. Ist ein Vorsprung für einen normalen Sprung zu weit entfernt, springt Mario auf seinen Bruder, woraufhin sie einen Wirbelsprung vollführen, der sie mehrere Meter weit fliegen lässt. Und ist einmal ein Stahltor zwischen den Brüdern und einem seltenen Item, wird Luigi per Hammer unter die Erde geschlagen, was ihm ermöglicht unter dem Tor hindurchzukriechen. Auch im Kampf macht sich die Brüderstrategie bewährt - Mario kann sich beispielsweise zu einer Kugel formen, damit Luigi ihn mehrmals hintereinander mit dem Hammer auf den Gegner schlagen kann. Eine andere Brüderattacke lässt Luigi mehrere von Mario in die Luft geworfene Feuerbälle auf den Gegner schießen. Viele Möglichkeiten eröffnen sich durch diese Brüderattacken, vor allem, weil es auch abseits der Storyline einige geheime zu entdecken gibt. Neben den Interaktionen der beiden Helden bezaubert das Spiel durch seine fesselnde Storyline, die den Spieler schon fast mit interessanten Ereignissen erschlägt. Die beiden Klempner steigen im Laufe der Zeit durch Erfahrungspunkte in der Stufe auf, was im Kampf nur zum Vorteil ist - Besonders im finalen Kampf des Spiels. Die Kämpfe des Spiels sind oft so gestrickt, dass man sie mit etwas Geschick auch mit einem niedrigen Level schaffen kann, der letzte Kampf im Spiel ist allerdings ein überaus harter Brocken und kann für einige frustrierende Momente sorgen, wenn man tot umfällt, wo man doch schon dachte, der Boss sei gleich erledigt.

Doch sieht man über diese eine Kleinigkeit, die einem Spieler Frust bringen kann, hinweg, so hat man im Fazit ein grandioses RPG in seinem Game Boy Advance, das man nach dem Einschalten gar nicht mehr ausmachen will. Jeder Ort bringt neue Charaktere mit neuen lustigen Eigenschaften hervor, einige Szenen der Storyline sind zum Brüllen komisch und man erkennt auf den ersten Blick die immense Liebe zum Detail. Wer also den Klempner nicht nur gern in Jump'n Runs, sondern auch in Rollenspielen, spielt, der verpasst etwas, wenn er sich das Spiel nicht zulegt - Es lohnt sich, denn IntelligentSystems hat wirklich keine Möglichkeit ausgelassen, dem Spieler den ein oder anderen Lacher zu verschaffen und den Spielspaß anzuheben.