EarthBound - Review

Mit EarthBound wird der Trend, den MOTHER/EarthBound Zero ins Rollen brachte, fortgesetzt, die Story jedoch nicht. Zumindest kann man das so nicht sagen. Aber beginnen wir doch erstmal mit dem Anfang des Spiels.
In diesem Teil der Reihe spielt man den Jungen Ness, den viele von euch wahrscheinlich aus den Super Smash Bros.-Spielen kennen.
Es ist mitten in der Nacht und Ness liegt gerade im Bett und schläft, als plötzlich ein immer lauter werdender Krach ertönt, der schlussendlich als laute Explosion endet. Ness zieht sich seine Klamotten an und läuft in Richtung des Lärms um zu schauen, was passiert ist. Es stellt sich heraus, dass ein Meteor vom Himmel gefallen und auf dem nahegelegenen Hügel in Onett gelandet ist.
Pokey, Ness’ "Freund" und Nachbar und noch dazu ein sehr hyperaktiver und rechthaberischer Junge mit einer Schweinenase, ist bereits dort und stiftet auch etwas Unruhe, indem er die Polizei behindert. Ness geht wieder nach Hause und legt sich schlafen, als plötzlich jemand wie verrückt an die Haustür klopft. Es ist Pokey, der wie verzweifelt seinen kleinen Bruder Pickey sucht und Ness bittet, ihm bei der Suche zu helfen. Sie finden ihn auf dem Hügel neben dem Meteoriten. Plötzlich hören die Drei ein leises Summen, das sich als Biene, oder besser keine Biene herausstellt.

BuzzBuzz ist der Name und er ist eine Botschafter aus der Zukunft, gekommen um Ness zu warnen, dass Giygas, ein böses Wesen 10 Jahre aus der Zukunft, sich in den Sinn gesetzt hat, die ganze Welt zu zerstören. Ganz nebenbei ist Ness einer der vier Auserwählten und somit als einer der wenigen Menschen in der Lage, Giygas zu besiegen. Giygas wiederrum ist das, was von Giegue aus MOTHER/EarthBound Zero übriggeblieben ist: Sein Geist, personifiziert als das pure Böse, das nichts anderes im Sinn hat, als Tod und Verderben all Jenen zu bringen, die sich ihm widersetzen.
Kurze Zeit später begegnen sie auch schon dem Starman Jr., ein Wesen geschickt aus der Zukunft von Giygas höchstpersönlich dazu auserkoren, Ness und seine Gefolgsleute zu vernichten, bevor sie zu stark werden. Mit BuzzBuzz’ Hilfe jedoch schaffen Ness, Pokey und Pickey es jedoch, Starman Jr. zu besiegen.
Als Pokey und Pickey von Ness daheim abgeliefert werden und BuzzBuzz kurzerhand von Pokeys Mutter mit der Zeitung erschlagen wird (welch ein theatralischer Tod für einen Botschafter aus der Zukunft), wird es auch schon Tag und Ness bricht sein Abenteuer an.

Auf seinem Weg bekommt er Hilfe von Paula, die Tochter einer Kindergärtnerin, Jeff, dem Sohn des berühmten Erfinders Dr. Andonuts, und Poo, dem Kampfsportler-Prinz vom Berg.
Diese vier sind die Auserwählten, auserkoren, um Giygas die Stirn zu bieten und dafür zu sorgen, dass die Welt auch in 10 Jahren bestehen bleibt.
Ihre Reise führt sie durch die normalsten Umgebungen der Welt: Diverse Klein- und Großstädte, Wälder, Sümpfe, Wüsten, Höhlen, das Innere des riesigen so genannten “Dungeon Man”, eine mit Zombies gefüllte Stadt, das Dorf der Mr. Saturns, unterirdische Laboratorien, undundund...
EarthBound hat wirklich eine Menge abwechslungsreicher Orte.
In diesen größtenteils nicht ungewöhnlichen Schauplätzen hat es dafür Platz für umso ungewöhnlichere Gegner: Wilde Tiere, entlaufene Hunde, Geister, Zombies, besessene Autos, Stopschilder, eine, mit böser Magie gefüllte, goldene Statue, Schnecken, riesige Ameisen und laufende Pilze sind nur ein Bruchteil dessen, was einem in EarthBound über den Weg laufen wird.

Wie bereits im Review von MOTHER/EarthBound Zero erwähnt kämpft man in dieser Serie nicht mit Schwertern und Äxten. Auch in EarthBound kommen Alltagsgegenstände an den Mann: Ness’ Hauptwaffen sind Baseballschläger und Jojos, die Lieblingswaffe Paulas ist die gute alte Bratpfanne, Jeff baut sich selbst gerne mal Laserpistolen zusammen und Poo lässt gut und gerne mal die Fäuste sprechen.
Und ebenfalls wie in MOTHER/EarthBound Zero ist auch in EarthBound wieder PSI ein wichtiger Bestandteil des Spels, diesmal jedoch weniger in der Story. Alle Hauptcharaktere außer Jeff beherrschen PSI. Jeff selbst ist quasi dazu da, dass man auch mal die Angriffsitems benutzt, von denen man reichlich findet, denn diese sind natürlich weitaus stärker als die normalen Angriffe. Damit wird der Spieler wenigstens mal aufgefordert, seine Silvesterraketen und Bazookas (!) zu benutzen, die im Spielverlauf gekauft, von Jeff zusammengebaut oder gefunden werden.
Als EarthBound in den USA erschien, dachte man bei Nintendo zunächst, es würde ein genauso großer Hit werden wie in Japan. Leider war dies nicht der Fall: Vielleicht war es wegen der vergleichsweise zurückgebliebenen Grafik, vielleicht aber auch wegen der eigenartigen Werbekampagne mit dem Slogan “This game stinks!”, niemand weiss es genau.
Sicher ist auf jeden Fall, dass EarthBound in den USA und sogar Europa ein absoluter Kulthit ist. Das ungewöhnlich gewöhnliche Setting des Spiels sorgte für ein erfrischend anderes RPG-Feeling wie man es (als Amerikaner und Europäer) nie zuvor erlebt hat oder wieder erleben würde.