Paper Mario - Review

geschrieben von Blank

2001 für den Nintendo 64 erschienen, war es eines der letzten Spiele für diese Konsole, die Luft war mit Paper Mario allerdings alles andere als schon raus bei Nintendo. Nach Super Mario RPG für das SNES ist es das zweite RPG, in dem Mario eine glänzende Figur macht. Nur mit dem Unterschied, dass die Grafik hier etwas ganz Neues war - Mario und alle anderen Charaktere, sowie Teile der Umgebung sind in 2D als Papier dargestellt, die Welt an sich ist allerdings fast komplett in 3D gestaltet - ein hübscher Mix.

Spricht man über die Story, sollte man zu Allererst erwähnen, dass Paper Mario als ein indirekter Nachfolger von Super Mario RPG (SNES) gesehen werden kann. Es geht ebenfalls um 7 Sterne (-> Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars), die es zu befreien gilt. Bowser gelingt es in Paper Mario, den heiligen Sternenstab aus dem Sternenhafen zu stehlen, der ihm unbändige Kräfte verleiht. So kommt es, dass er Mario in Peachs Schloss besiegen und dieses stehlen kann - Er trägt das Schloss der Prinzessin auf seinem eigenen in die Lüfte, wo es unerreichbar für Mario ist. Mario landet derzeit mitten in einem kleinen Gumba-Dorf, wo er auch schon seinen ersten Mitstreiter findet - Seinen größten Fan, Gumbario. So zieht er los nach Toad Town, um Bowser aufzuhalten, nachdem ihm einer der 7 Sterne im Traum erschienen ist und ihm einen Hilferuf aussandte. Sein Abenteuer verschlägt ihn an die verschiedensten Orte des Pilzkönigreichs und lässt ihn allerhand Freunde und Feinde treffen. Auf seinem Weg wird er neben den üblichen Plagen und Schergen Bowsers immer wieder von Bowsers rechter Hand, der alten Kamek-Dame Kammy Koopa heimgesucht und aufgehalten, was das Abenteuer das ein oder andere Mal ziemlich erschweren kann. Paper Mario ist, nebenbei erwähnt, das bis heute einzige Mario-RPG mit Bowser als Endboss. In den anderen RPGs war er entweder selbst ein Opfer von Marios Widersacher und schloss sich mit diesem zusammen oder war auf eigene Faust unterwegs. Der einzige, an dem das ganze Abenteuer vorbeizieht, ist Luigi - Er darf das Haus der Mario-Brüder bewachen, während sein Bruder mal wieder die Prinzessin rettet und allen Ruhm erntet.

Das Gameplay zeigt hier erneut, dass Mario-RPGs einfach unheimlich viel Spaß machen und vor Humor nur so strotzen. Die Mischung aus 2D- und 3D-Welt wird an einigen Stellen schon geschickt eingesetzt. So faltet sich z.B. die Festung des Gumba-Königs zu einer Brücke über einen Abgrund, nachdem dieser bezwungen wurde. Zwar wird Marios Eigenschaft, aus Papier zu sein, hier noch nicht so wunderschön in Szene gesetzt, wie im zweiten Teil von Paper Mario, es ist dennoch lustig anzusehen, wie sich die Welt zusammenfaltet, zerknittert und völlig verändert. Gekämpft wird, sobald man einen Feind berührt - Das Spiel wechselt dann in ein rundenbasiertes Kampfsystem, in dem Mario und seinem Partner eine Handvoll Befehle zur Verfügung stehen, um den Gegner zu besiegen. Wichtig ist es im Kampf, die sogenannten Action-Kommandos zu nutzen: Drückt man beim Sprung rechtzeitig den A-Knopf, wenn Mario den Gegner trifft, so verursacht man mehr Schaden als gewöhnlich. Der Rest des Spiels ist humorvoll gestaltet und wird nicht langweilig, da immer der Drang da ist, den nächsten Stern vom nächsten interessant aussehenden Boss zu befreien. Neben der Storyline, die schon sehr viel hermacht, gibt es für den Spieler auch viele Möglichkeiten, sich die Spielzeit anders zu vertreiben. Beim Toad Omle T. lassen sich Items zu bestimmten Speisen zusammenkochen, die tolle und nützliche Effekte hervorrufen können und eine gute Alternative zu den Standard-Items sind. Sammelt der Spieler die versteckten Sternensplitter im Spiel, kann er diese bei einer Verwandten Merlons, dem Wahrsager, gegen orden eintauschen - Der ein oder andere kann den anstehenden Boss erheblich leichter machen! Aber selbst, wenn man die optionale Seite des Spiels nicht so ernst nimmt - Mario begegnet in der Story immer wieder neuen Partnern, die mit ihrem individuellen Kampfstil dem Klempner wunderbar unter die Arme greifen können.

So fällt auch das Fazit dieses Mario-Titels durchweg positiv aus. Wer Super Mario RPG gespielt und gemocht hat, wird an etlichen Stellen im Spiel Referenzen und Gemeinsamkeiten finden, die ein Nicht-Kenner des SNES-Spiels nicht erkennen wird. Wenn man einmal erschöpft von der Storyline ist, sammelt man versteckte Items oder kocht fleißig bei Omle T., um seine Spielzeit mit optionalen Geheimnissen zu vertreiben. Wenn man dann wieder Lust auf das Hauptspiel hat, geht man voller Entdeckungslust in den nächsten Abschnitt und lässt sich überraschen, mit welchen fiesen Tricks der nächste Boss versucht, Mario aufzuhalten. Wer diesen Teil also noch nicht in seinem Nintendo 64 stecken hatte, der sollte es dringend nachholen, durch das schön gestaltete Toad Town und darüber hinaus dieses tolle RPG zu entdecken.


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